Grundsatzposition Feminismus & Gender


MENSCH STATT GESCHLECHT Heutzutage wird allen Menschen ein Geschlecht zugeordnet, ob sie wollen oder nicht. Unser Geschlecht entscheidet nicht nur darüber, welches Personalpronomen uns zugeordnet wird, mit ihm ist auch ein ganzer Haufen von Geschlechterklischees verbunden. Dies liegt daran, dass uns stereotype Darstellungen von Geschlecht in unserem Leben begegnen, sei es in der Schule, in der Ausbildung, im Job, in den Medien oder in unserem sozialen Umfeld. Geschlecht ist eine Eigenschaft von vielen, es definiert nicht, wer oder wie wir sind.

Daher muss es unsere Aufgabe sein, sich von diesen Geschlechterklischees zu befreien, was bedeutet, auf alle Menschen vorurteilsfrei zuzugehen. Dies beinhaltet auch, dass es ganz normal sein muss, wenn Menschen sagen: „Ich fühle mich weder als Mann noch als Frau“. Die heute vorherrschende Zwangseinteilung in das System der Zweigeschlechtlichkeit wird dadurch aufgebrochen. Nur mit einer Abkehr von der Zweigeschlechtlichkeit ist es möglich, sich vom Patriarchat zu lösen und alle Formen von Sexismus, Homophobie und Transphobie zu beseitigen.

Schranken in den Köpfen und in der Gesellschaft

Wer behauptet, dass allein durch materielle Gleichstellung das Prinzip der Unterdrückung und damit das Patriarchat aufgehoben wäre, irrt. Wichtig ist es, in den Köpfen Veränderungen zu erzielen! Frauen erhielten 2013 bundesweit durchschnittlich 22 % weniger Lohn als Männer. Die sogenannte Sorge- und Hausarbeit wird nach wie vor hauptsächlich von Frauen verrichtet, deren Anerkennung gen Null tendiert. Frauen sind in ihrer beruflichen Entwicklung im Vergleich zu Männern strukturell benachteiligt. Obwohl sie gleichermaßen an den Universitäten vertreten sind und dort sogar durchschnittlich bessere Ergebnisse erzielen, wird ihnen ein Aufstieg oft verunmöglicht. Dies zeigt sich in fast jeder Firma und Führungsetage.

Familien, die dem heteronormativen Stereotyp nicht entsprechen, haben nicht die gleichen Rechte wie „normale“ Familien. So haben homosexuelle Paare nach wie vor kein vollständiges Adoptionsrecht und traditionelle Formen der Familie werden etwa durch das Ehegattensplitting bevorzugt, und das auch, wenn sie niemals Kinder bekommen, wie es immer öfter der Fall ist. Familien mit mehr als zwei Eltern können hingegen nicht einmal Kinder adoptieren, geschweige denn Steuervorteile beanspruchen.

Schutz vor Diskriminierung

Die Frage ist, ob es eine Lösung wäre, einfach allen eine sogenannte Chancengleichheit zu garantieren? Leider nein! Solange wir nicht in einer Welt der Gleichberechtigung leben, müssen wir Menschen, die Diskriminierungen ausgeliefert sind, unterstützen, um für echte Gleichberechtigung zu sorgen.

Daher halten wir es für wichtig, auf Partys Schutzräume anzubieten, in denen Menschen Raum finden, wenn sie sich belästigt fühlen, und eine Awareness Group einzurichten, die als eine Gruppe von Ansprechpartner_innen fungiert und hilft, wenn Menschen sexistischen und homophoben Anfeindungen ausgeliefert sind. Im politischen Zusammenarbeiten halten wir Instrumente wie Frauenquoten in Gremien und quotierte Redelisten für notwendig. Auch das Anwenden von geschlechtergerechter Sprache und Schrift ist ein weiterer Weg, unseren Vorstellungen von Geschlechtergerechtigkeit Ausdruck zu verleihen und bestehende Klischees aufzubrechen.

Selbstbestimmung über Körper

Einengende Schönheitsideale bestimmen unsere Wahrnehmung von gutem Aussehen. Überall wird uns suggeriert, wie wir aussehen sollen, gesagt, was wir tragen müssen, um im Trend zu liegen, und erklärt, was das Idealgewicht sei. Dies setzt gerade Frauen und zunehmend auch Männer sehr stark unter Druck, was im schlimmsten Fall zu physischen und psychischen Krankheiten führen kann. Wir wollen in einer Welt ohne Lookismus leben, also nicht über unser Äußeres wahrgenommen werden!

Wir fordern:

Gesetzliche Ziele:

Einkommensgerechtigkeit zwischen allen Menschen Quoten in politischen Gremien und Führungspositionen Vollständiges Adoptionsrecht für homosexuelle Paare Abschaffung aller Eheprivilegien Förderung aller Familien, in denen Kinder aufwachsen

Gesellschaftliche Ziele:

Geschlechterklischees abschaffen und keine stereotypen Darstellungen von Geschlechtern in Medien und Werbung Loslösung vom Konzept der Zweigeschlechtlichkeit Überwindung aller Formen von Sexismus, Homophobie, Transphobie und Lookismus Faire Verteilung von Sorge- und Hausarbeit Quotierte Redelisten Schutzräume auf Partys

Beiträge zum Thema

Frühlingsakademie im Herbst

Vom 5.-9. Oktober laden wir zu unserer Frühlingsakademie in Sachsen ein. Über 5 Tage lang haben wir ein vielfältiges und spannendes Semiar- und Workshopprogramm gebastelt. Neben vielen inhaltlichen Angeboten, wie zu (Queer-)Feminismus, linker Theorie, Ökologie, Europa und Awareness könnt ihr euch selbst auch ganz konkret ausprobieren: im Reden (Rhetorik-Seminar), Kochen, Flyer-Gestalten (Layout- und Grafikbearbeitung), Selbstbehauptung und sowie vielen anderen Angeboten.

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  • 26. Oktober 2018, 19:00 Uhr: "It's not just boys' fun - Geschlechterbilder in der radikalen Linken" (Bautzen)
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  • 27. Oktober 2018, 19:00 Uhr: "No future for you? Punk als Avantgardebewegung" (Glauchau)
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  • 28. Oktober 2018, 19:00 Uhr: "It's not just boys' fun - Geschlechterbilder in der radikalen Linken" (Chemnitz)
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  • 29. Oktober 2018, 19:00 Uhr: "No future for you? Punk als Avantgardebewegung" (Dresden)
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  • 30. Oktober 2018, 19:00 Uhr: "Der postapokalyptische Film als männliches Narrativ" (Leipzig)
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  • 25. November 2018, 12:30 Uhr: BR-Sitzung (Dresden)
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  • 14. Dezember 2018: BR-Klausur (Cunnersdorf)
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  • 15. März 2019: Landesjugendplenum
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